Abschluss in Appenweier

Abschluss in Appenweier

19. Juni 2026 1 Von gerhardjenders

Freitag, 19. Juni 2026
Vor der Abfahrt von der Rheininsel in Breisach stellte ich fest: mein Kaffee war aufgebraucht, Aber es gab natürlich Abhilfe: Die Dame in der Rezeption – die selbe wie gestern bei meiner Ankunft, eine reale Person (und keine KI) hat mir auf meine Frage, ob es hier irgendwo einen Kaffe gebe, einen gemacht – völlig kostenlos! Das half mir (mit einigen meiner Nuss-Riegel) beim Start.
Der Weg lief dann dicht am Rhein entlang, aber meist hinter dem Deich, also ohne Blick auf den Fluss. Dafür war es ziemlich schattig, ein wichtiges Argument bei Temperaturen deutlich über 30°C.
Der Rhein hat aber auch Alt-Arme und es gibt Gewässer, die in ihn münden – alles Gründe dafür, dass man nicht einfach immer nur am Fluss entlang fahren kann. Als es nötig wurde, vom Ufer weg in die Orte zu fahren, hab ich ein längeres Stück – von Whyl bis Rheinhausen – die Landstraße genommen. Das ging ganz gut, es gibt einen breiten Radweg, aber der fehlende Schatten machte sich schon bemerkbar. Deshalb bin ich dann bei Rust – mit Blick auf den Europa-Park und auf einen Satellitenschüssel-Park des BND – wieder an den Rhein gefahren.
Nach 46 Kilometern hab ich eine Rast an der Fähre bei Kappel gemacht.

Ich hätte nach Frankreich übersetzen können, aber ich will jetzt doch mal nach Hause. Also weiter!
Aber nicht immer klappt alles: Bei Nonnenweier gab es einen Imbiss. Ich hatte zwar gerade gegessen, aber es war jemand dabei, die Wege zu wässern (damit es nicht so staubt), den hab ich gebeten, auch meine Kappe und mein T-Shirt zu wässern. Kein Problem – doch beim Weiterfahren eierte mein Rad – der Vorderreifen verlor Luft. Nicht lange fackeln – den Schlauch wechseln! Ich konnte mir eine Bank vom Imbiss ausleihen, das Rad ausbauen, neuen Schlauch rein. Und ja, der Chef des benachbarten „Boot-Service“ ließ sich in seiner Arbeit unterbrechen, hatte einen Kompressor, ich hatte einen Adapter – so war der Reifen schnell wieder mit dem richtigen Druck aufgepumpt (bei der Hitze war ich froh, dass ich meine Handpumpe nicht bemühen musste). Merke: wenn ich mal Pech habe, habe ich auch immer Glück dabei!
Ich hab auf der weiteren Strecke – zur Schonung des Materials – die Schotterabschnitte vermieden und bin auf „straßenbegleitenden“ Radwegen nach Offenburg gefahren. Da gab es (schon wieder) eine Rast, diesmal in einer Eisdiele – Achtung: Foodporn!

Dass ich es nicht komplett bis Karlsruhe schaffe würde, war mir klar. Es brauten sich auch schon interessant aussehende Gewitterwolken über dem Schwarzwald zusammen.

Deshalb hab ich mich schon in Appenweier entschieden, den Zug nach Karlsruhe zu nehmen. Die mir zur Verfügung stehenden Kraftreserven stimmten diesem Plan durchaus wohlwollend zu.
Jetzt übernachte ich in der Jugendherberge Karlsruhe, morgen bringt mich der eine Regionalexpress nach Mainz und der andere von dort nach Bonn. Und ab da darf ich wieder ein Stück radeln, denn einen Zug nach Gummersbach gibt es zur Zeit nicht.