Raindrops keep falling in my head
Freitag, 5. Juni
Leider hat nach dem gestrigen Sonnentag nochmal eine Regenfront zugeschlagen. Er war zwar angekündigt, aber laut Wetter-App sollte der Regen erst um 11 Uhr anfangen, aber er wollte uns (neben mir die anderen Zelter) wohl überraschen: Mitten im Einpacken kurz vor 9 Uhr fielen die ersten Tropfen. Das sorgte natürlich für allgemeine Hektik, nicht alle meine Sachen hab ich trocken verstauen können. Der Rest der Vorhersage stimmte: Dauerregen den ganzen Tag.
Dabei war die Landschaft eigentlich wunderschön: In einer kurzen Regenpause konnte ich die regenverhangenen Berge und den Fluss schnell ablichten.




Ich bin – weil es mir zu steil und zu steinig gewesen wäre – nicht den offiziellen Drau-Radweg gefahren, der über einige Höhen ein paar Drau-Schleifen abschneidet – sondern ich hab die Straße Nr. 1 genommen. Da gibt es über lange Strecken aber keinen Radweg, die Straße spart also zwar Steigungen, kostet aber Nerven, wenn einen LKWs überholen – besonders im Regen.
Meine Ausrüstung konnte mich leider nicht vollständig vor Nässe und der zugehörigen Kälte bewahren. In Radje ob Drava gibt es ein Hostel, da hab ich gefragt und ich konnte schon am frühen Nachmittag ein Zimmer bekommen. Ich war kaputt wie selten, obwohl ich nur 50 km gefahren war. Eine heiße Dusche und eine Stunde ruhen haben mich wieder soweit auf die Beine gebracht, dass ich noch eine Runde durchs Dorf gehen konnte. Als erstes hab ich ein Café entdeckt – der heiße Kaffee und ein Stück Kuchen taten so gut, dass ich mich weiter umgesehen hab.
Ein nettes Haus direkt gegenüber:

Ein alter Schober (wahrscheinlich zum Trocknen von Mais) ist im Sport- und Freizeitgelände aufgebaut, an der Rückseite sind alte Geräte zur Apfel-Mosterei ausgestellt.


Weiter im Tal wird Hopfen angebaut, denn es gibt im Ort eine Brauerei.


Oberhalb des Dorfes auf dem Felsen stand früher eine Burg, bei dem heutigen Wetter kann man gerade mal den Felsen erahnen.

Als ich von meiner kleinen Runde zurückkam, hörte ich Musik: Eine Dame aus dem Ort hatte offensichtlich Geburtstag und bekam ein Ständchen. Nett!

Du arme Sau. Gut, dass Du das Hostel gefunden hast. Erhole Dich gut!