Im Delta des Po
Freitag, 12. Juni 2026
Nachdem ich mich heute morgen aus der Stadt rausgewählt hatte, ging der Weg – ich hab bei „radreise-wiki.de“ einen Tour Venedig-Ravenna gefunden, der ich weitgehend gefolgt bin (Vielen Dank an den Autor!) – an einem ruhigen Kanal entlang. Am jenseitigen Ufer war wenig zu sehen, einmal ein verfallenes Gehöft, an meinem Ufer standen einzelne Häuser mit Gärten und Feldern.


Dann führte eine Brücke über die Adige – Moment, die kenn ich doch, die heißt doch im deutschsprachigen Bereich „Etsch“? Ich hab nachgesehen: Ja, die kommt wirklich hier vorbei und mündet in der Nähe in die Adria. Die Strömung war ziemlich stark, der Fluss führte viel Treibholz mit – da muss es in den letzten Tagen in den Alpen wohl massiv geregnet haben.

Später sah ich immer wieder verfallene Gehöfte und an einer Stelle wurde eine Ursache sichtbar:

Der Boden hier im Po-Delta ist wohl sehr fruchtbar, aber anscheinend nicht sehr stabil, wenn Häuser dermaßen wegsacken.
In Bottrighe habe ich eine Mittagsrast eingelegt – mein Fahrrad war die Sensation in der „Sports Bar“ und ich hab versucht, Fragen zu meiner Tour auf Italienisch zu beantworten.
Ich hab dann eine große Runde drehen müssen, um auf die Brücke über den Po zu kommen. Ich hätte gerne ein Foto von der Brücke aus gemacht, aber anhalten war auf der stark befahrenen Straße streng verboten.
Hinter der Brücke konnte ich wieder auf eine ruhigere Straße, es ging am Arm Po di Goro entlang – der mündet in den Po di Venezia. Dort trocknete ein Kormoran dekorativ seine Flügel.


Am Fluss entlang schlängelte sich der absolut ruhige Weg, in einer Biegung liegt Santa Maria in Punta mit einem wunderschönen romanischen Kirchlein (Das Portal ist barock überbaut).

Ich hab angehalten, um es mit anzusehen – es war leider verschlossen. Aber die Küster-Familie bemerkte mein Interesse, der Küster hat für mich aufgeschlossen.

In der Kirche wurden unter dem Boden Gräber entdeckt.

An der Kirche ist wohl oft etwas umgebaut worden, aber der Charakter ist erhalten geblieben.

So, dann aber weiter: Der Weg ging wieder an einem Kanal weiter, dann kam ich nach Mesola. Wieder ein kurzes Stück Hauptverkehrsstraße, dann auf ruhigen Wegen zur Küste. Fast.

Kurz nachdem ich den Wegweiser zum Strand fotografiert hatte, wurde knallhart deutlich, wie sehr man in dieser Gegend auf Brücken angewiesen ist: Eine Brücke war wegen Schäden gesperrt (auch für „bici“, ich hab nachgesehen und -gefragt) und ich musste eine große Runde um die Lagune fahren. Inklusive fünf bis sechs Kilometern Hauptverkehrsstraße (E 5) mit besonders starkem LKW-Verkehr. Aber irgendwann war auch das geschafft, ich gelangte in „Lido delle Nazioni“ ans Meer. Es ist ein seltsamer Ort, offensichtlich in den 1980er Jahren gebaut. Sehr viele Bungalows oder andere Ferienhäuser, die Straßen sind nach den Ländern der Erde benannt. Alles ist sehr weitläufig, mein Zeltplatz liegt noch einmal außerhalb. Aber: Es gibt einen Sondertarif für Fahrrad-Touristen – halb so teuer wie in Jesolo.
Der Strand ist natürlich parzelliert mit Sonnenschirmen, das Meer ist durch einen Wellenbrecher abgeschirmt.


Und für alle Fälle ist ein „Salvator“ zur Stelle.

Zum Fahren ab der „E“: in Schweden ist das Fahren auf den E – Straßen erlaubt, Komoot hatte mich darüber geleitet. Ich bin ja hat im nehmen, aber das hat sehr an den Nerven geführt.
Google hatte mir auch nur die Route komplett über die E5 vor geschlagen. 100 km auf der Schnellstraße! Die sind wohl einfach zu faul, etwas vernünftiges zu programmieren.
Wie immer: Dsnke fürs Teilhaben lassen jedes einzelnen Streckenabschnitts und weiterhin gute Fahrt und viele gute Begegnungen