Ravenna!
Sonntag, 14. Juni 2026
Für den heutigen Tag hab ich mir die historischen Monumente vorgenommen. Zuerst war ich im Mausoleum von Galla Placidia. Ein kleiner Bau, deshalb ist der Zugang begrenzt.

Ich hatte Glück und kam direkt rein. Der ganze Raum ist wahnsinnig ausgeschmückt.



Die orange-braunen Rechtecke sind die Fenster – sie sind nicht verglast, sondern es sind Scheiben aus Alabaster (oder Achat?) eingesetzt.

Das hat man auch in der direkt daneben stehenden Basilika S. Vitale gemacht. Das ist der Bau, der mich am meisten beeindruckt hat. Sehr hoch, Bögen und Fenster auf mehreren Ebenen.

Die Hauptkuppel gibt einen Einblick in den Himmel (wie man ihn sich damals vorstellte).

Natürlich sind alle Bögen und Wände geschmückt.


Ja, und auch Lukas ist da und zeigt den „Schweigefuchs“ bzw. das Zeichen der „Grauen Wölfe“. (Das Bild ist verzerrt, weil ich von ganz unten nach weit oben fotografieren musste.)

(Dahinter steckt, dass der Evangelist Lukas als Zeichen einen Stier hat – wie Markus den Löwen – und diesen mit seiner Geste darstellt.)
Doch auch in einem ganz anderen Zusammenhang erscheinen die beiden „Heavy Metal“-Finger – sie kommen direkt aus dem Himmel!


Ich hab einen deutschsprachigen Führer gefragt, der zufällig gerade seiner Gruppe viele Details erklärte. Der meinte ganz einfach: „Die drei Finger symbolisieren die Dreifaltigkeit“ – Fertig.
Auch von außen gibt es viele reizvolle Blicke auf die rund 1500 Jahre alten Bauten.



Weiter ging es zum Battistero Neoniano, dort steht in einem Deckenmosaik die Taufe Jesu im Mittelpunkt.


Im „Museo e Cappella Arcivecosile“ ist eine kleine Kapelle, unter der Decke noch einmal die vier Evangelisten in Form ihrer Symbole und an einer Seitenwand ein ziemlich resoluter Jesus.


Im Museum steht auch ein Bischofsthron aus dem 6. Jahrhundert, der mit Elfenbein-Schnitzereien verziert ist.

Vorn in der Mitte wieder eine Figur mit der „Heavy-Metal“-Geste. Ich hab nicht gesehen, wer dort dargestellt ist.


Ein ganz besonderes Stück ist ein Osterkalender-Stein, auf dem Osterdaten für die Jahre 532 bis 626 vorausberechnet sind.

Eine Erläuterung gibt es im Netz unter https://com-pas.de/computuspaschalis/2cyclopaschalisravenna.de.htm
Ich war noch in der Basilica di S. Francesco, dort hat mich die Holz-Decke sehr beeindruckt.



Aber dann ist da noch Dante, der in Ravenna begraben ist. Er ist allgegenwärtig, auch auf einem alten Trafo-Häuschen in der Nähe meiner Unterkunft ist sein Porträt.

In der Innenstadt hat er eine eigene Zone.

Dort ist sein Haus und sein Grab.

So, ich bin jetzt erstmal gesättigt mit Kultur. Vielleicht muss ich nochmal her, um alles zu erfassen.
Morgen besteige ich den Zug, der mich rauf auf den Brenner bringt, von da fahr ich runter nach Innsbruck. Langsam geht es wieder nach Hause.