Das erste Stück Rückweg
Montag, 15. Juni 2026
Heute beginnt meine Heimreise. Weil ich keine Lust habe, irgendwo auf einem Bahnhof zu übernachten und weil ich auch zu planlos bin, um im die Tour so vorzubereiten, dass ich schon vor Beginn einen ICE für die Rückreise buche, mache ich das eben portionsweise.
Heute ging es erstmal an die Nordgrenze Italiens, auf den Brenner.
Das ließ sich schön mit zwei italienischen Regionalzügen kombinieren: Der erste brachte mich von Ravenna nach Bologna. Ich hatte mich schon vorher im Bahnhof umgesehen – keine funktionierenden Aufzüge – und mich darauf eingestellt, dass ich Fahrrad und Gepäck nacheinander auf den Bahnsteig schleppen muss. Aber ich war glücksgebeutelt: Mein Zug fuhr ab Gleis 1, direkt am Bahnhofseingang, keine Treppe. Und um mein Glück noch zu steigern, war das einer, der zwischen Bologna und Ravenna pendelt – er kam eine Viertelstunde vor der Abfahrt an und ich konnte ganz gemütlich einsteigen.
Aber es wurde sehr voll, viele Touristen mit RiesenRollKoffern, die wohl zum Flughafen oder zum nächsten Ziel einer Rundreise wollten. Das erwies sich beim Aussteigen in Bologna als Problem. Weil ich Zeit hatte, hab ich die erstmal rausgelassen, doch als ich dann mit dem Fahrrad rauswollte, hat mich die Gegenwelle der Einsteigen den fast nicht gelassen. Gut, dass mein Fahrrad vorne das schmierige Kettenblatt hat – das verschafft im Ernstfall Respekt (wenn die Leute hinsehen).
Mein zweiter Zug startete in Bologna von einem Kopfbahnhof-Bereich aus – auch wieder Glück, weil ich in Ruhe einsteigen und die Speedmachine sogar ordnungsgemäß aufhängen konnte.

Die Reise ging bis Verona durch die Po-Ebene, viel fruchtbares, ebenes Land. Kurz nach Verona bog der Zug dann in das Etsch-Tal ab, das ich vor vier Jahren aufwärts gefahren war. Es wurde deutlich gebirgig. Aus dem fahrenden Zug konnte ich keine guten Bilder machen, auch weil die Fenster nicht besonders sauber waren.


Pünktlich um fünf Uhr war den Zug oben auf dem Pass, ich hab die Abfahrt runter nach Innsbruck genossen (aber vergessen, Fotos zu machen). In der Stadt hab ich mich am Bahnhof orientiert, denn ich will morgen früh um sieben von dort nach Bregenz reisen.
Die Nacht verbringe ich in der Jugendherberge – morgen bin ich am Bodensee.
Diese planlose Rückreise hört sich sehr schön an – sozusagen WAHR-NEHMEN was ist und nicht VOR-STELLEN was sein soll… geradezu WEISE 🙂
Weiter so – liebe Grüße und noch etliche Glücksbeutelchen für die letzten Meter…