Am Meer entlang an Venedig vorbei
Donnerstag, 11. Juni 2026
Das Gewitter von gestern Abend hat keine Nachtausgabe mehr geliefert, ich hatte die Gelegenheit,, alles trocknen zu lassen. Und: Im Restaurant konnte ich tatsächlich schon vor 8 Uhr frühstücken!
Ich war etwas nervös mit dem Aufbruch, denn ich hatte mir – das soll man jetzt so machen – einen Platz für mein Fahrrad für die Überfahrt nach Lido auf dem Boot gebucht. Weil ich nicht wusste, wie weit die Fahrt dahin wirklich ist, wollte ich lieber zu früh ankommen und dann dort gegebenfalls noch einen Kaffe trinken.
Gut, also los!
Meine Fahrtrichtung war zunächst nach Westen, und dabei entdeckte ich rechts von mir, also im Norden, Berge, Berge, Berge. Einige mit Schnee! Das Gewitter hatte die Luft so gereinigt, dass ich tatsächlich einen freien Blick auf die Alpen hatte!


Der Blick hat mich fast die ganze Strecke bis zum Hafen Punta Sabbioni begleitet – ich war immer wieder fasziniert!


Begeistert war ich auch von den Radwegen: Es hat sich einiges getan seit meinem letzten Besuch 2022, der Weg an der Lagune entlang ist breit und asphaltiert. Entsprechend viel war dort auch los, eine riesige Gruppe, die Vorfahrt hatte, zockelte dann so gemächlich, dass ich die Geduld verlor und doch auf der Straße an denen vorbeigezogen bin.
Ich war ja, wie gesagt, nervös wegen der Schiffspassage.
Und das zu Recht: Ich war zwar eine Stunde zu früh da, aber ich brauchte noch eine Fahrkarte. Die Schlange am Schalter war sehr lang, die am Anleger genauso lang. Alle wollten nach Venedig. Ich hatte mir (voller Zuversicht) noch schnell einen früheren Platz reserviert. Aber: keine Chance, die Kontrolleure ließen mich nicht auf’s Schiff: Zu voll, mein Rad sei zu lang. Vielleicht beim nächsten Boot. So hab ich nervös gewartet, hab schonmal geguckt, wie lang der Weg um die Lagune rum wird (2022 hab ich einen Tag für die halbe Lagune gebraucht), hab anderen Radlern geholfen, sich Plätze zu buchen. Und dann, drei Abfahrten später, durfte ich auf dem Anleger ganz nach vorne, damit der nächste Kapitän einen Blick auf mein Rad werfen und entscheiden kann, ob das passt. Und siehe da: er warf, es passte (ganz genau in die vorgesehene Markierung) und ich konnte mit!
Die Insel Lido ist schon eine besondere Welt: Sehr viele Hotels und eben auch Autoverkehr. Am Strand war ich auch: Aussicht auf die Handelsschiffe, typische Sonnenschirn- und Strandbudenreihen und das exklusive Hotel Excelsior (aus noch älteren Glanzzeiten).


Der Seegang war kräftig, Baden verboten.


Von der anderen Seite der schmalen Insel konnte man in die Lagune blicken und tatsächlich zwischen einem Boot und einem Gebüsch den Markusplatz erkennen (aber auch eine andere kleine unbekannte Insel).



Am Ende von Lido kam dann eine Autofähre (auf der sogar der Bus mitfährt), auf der alle Fahrräder problemlos nach Pellestrina mitkamen.

Von der Fähre aus konnte man eine weitere kleine Insel sehen und eine Art Pfahlbauten, von denen aus wohl gefischt wird.


Die Fähre von Pellestrina nach Chioggia hatte keine Probleme, auch viele Fahrräder mitzunehmen.


Chiioggia ist auch eine Insel und hat auch Kanäle wie Venedig, aber auch viel Verkehr und viele Touristen.


Ich kam gegen halb fünf dort an, es war zu spät, noch viel weiter zu fahren. Statt dessen hab ich mich eine wenig in der Stadt umgesehen und in der Kirche San Giacomo ein Altarbild entdeckt, das ich nicht verstehe.

In Chioggia hab ich also mein Zelt aufgeschlagen und war dann nochmal am Strand.


Bis zum nächsten Platz sind es (laut Google, denen kann man dabei nicht trauen) etwa 75 km, bis Ravenna über 100 km. Mal sehen, was ich morgen ergibt.
Auf meinen Langstrecken habe ich die ganze Zeit den Harz neben mir. Der Blick auf die Alpen ist aber schon eine ganz andere Nummer. Prima!