Wettlauf mit dem Gewitter
Mittwoch, 10. Juni 2026
Der weitere Weg führte mich um die Lagune von Bibione herum. Es ist zwar auf der Karte nur Wasser zu sehen, aber die Natur hat dann doch sehr viel Schilf wachsen lassen.

Es ging im ZickZack weiter, auch ein Wegweiser für die Radtouristen macht das nochmal klar.

Weil es heute ziemlich schwül ist, brauche ich etwas länger. Dazu kommt ein Wind, der beim „Zick“ von der Seite bläst und beim „Zack“ ins Gesicht, aber selten als Schiebehilfe fungiert.
Bei meiner ersten Rast gab es nur seltsame Sandwiches zum Essen. Ich hatte eines mit Rucola ausgewählt, das aber dann doch verborgenen Schinken enthielt, nach dessen Entfernung nicht mehr viel übrig blieb. Hatte der Wirt wahrscheinlich gesagt, aber ich nicht verstanden – Vegetarier-Schicksal. Bei der zweiten Rast hat es dann aber geklappt: „senza carne, senza pesce“ ist sicher nicht ganz korrekt formuliert, aber mein Wunsch wurde erfüllt.
Die Livenza fließt gemächlich zum Meer. Ich folge ihr bis Caorle.

Dort mündet sie.

Ab Caorle ging es noch an diversen „Resorts“ und anderen Urlaubsfabriken vorbei, dann zweigte der Weg wieder von der Küste ab Richtung Jesolo. Der Horizont in meiner Fahrtrichtung wurde von einer wunderschönen Gewitterwolke geziert. Wer ist schneller – das Gewitter oder ich?

Ich hab versucht, durch eine Änderung des Ziels einen Vorteil zu erreichen („Ich muss doch nicht bis in die Stadt, hier in Cortolazzo sind doch auch Zeltplätze“), aber das Gewitter hatte die Platzbetreiber auf seiner Seite, die ersten beiden nahmen keine Zelter. Beim dritten konnte ich unterkommen, aber es ging schon an zu regnen. Die Rezeption arbeitete sehr gründlich, so dass es schon wirklich heftig wurde mit dem Regen. Als die endlich fertig waren (sie haben mir noch den Weg zum Strand erklärt), war alles zu spät: Es goss in Strömen. Sie haben mir trotzdem gesagt, dass der junge Mann, der am Tor stand (bzw. jetzt unter einem Dach in der Nähe des Eingangs), mich zu meinem Platz begleiten würde. Ich hab sie auf die aktuelle Wetterlage aufmerksam gemacht, mich ins benachbarte Café gesetzt und gewartet, bis das Gewitter gezeigt hatte, was es kann. Dann durfte der Platzanweiser mich zu meinem Platz geleiten. Ich hab schnell das Außenzelt aufgebaut, das ganze Gepäck reingeholt und – während einer Wiederaufnahme des Gewitters – den Rest von innen aufgebaut. Hat geklappt, alles ist trocken geblieben. Ich war noch duschen (währenddessen gab das Gewitter noch eine Zugabe), dann hab ich das Fahrrad und das Handtuch unter das Vordach eines unbenutzten Bungalows gestellt – hat wohl noch keiner bemerkt, jedenfalls hat keiner was gesagt. Jetzt hab ich im Restaurant gespeist.
Es scheint wieder trocken zu werden. Vielleicht gehe ich noch ans Meer, dann reiche ich ein Foto nach.
Hat noch geklappt mit dem Meer. Das ist hier und nach dem Gewitter doch heftiger drauf als in Grado:


Lieber Gerhard,
du hast die sprichwörtliche Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst, den Mut, Dinge zu ändern, die du ändern kannst und (meistens) die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Alles Gute für Jesolo, Venedig und den „Rest“…