Endlich unterwegs zum Meer
Sonntag, 7. Juni
Heute bin ich endgültig auf dem Weg an die Adria. Aber de Strecke bis zum Alpe-Adria-Radweg zog sich, es waren noch 35 km von meinem Zeltplatz aus. Ich musste Abschied von der Drau nehmen, denn so konnte ich eine Ecke abschneiden und die Großstadt Villach vermeiden.


Das hieß aber auch Landstraßen, auf denen zwar heute keine Lastwagen, dafür aber umso mehr Ausflügler unterwegs sind. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Harleys gibt – doch es waren auch richtige Motorräder unterwegs. Und vor allem waren viele Menschen mit dem Rad auf der Straße.
In Finkenstein hatte ein Supermarkt offen, da konnte ich mir einen Nudelsalat und einen frischen Saft holen und hatte ein leckeres Mittagessen, das ich leider auf der Bank an der Bushaltestelle verspeisen musste, denn es gibt keinen Hauptplatz mit Bänken im Ort.
In Arnoldstein war ich dann schon auf dem Radweg nach Italien. Ich hab nochmal mit einem Eisbecher nachgetankt, bevor ich den Berg nach Italien in Angriff genommen hab. Im Ortsausgang steht ein seltsamer Turm.

Das Bergwerkszeichen deutet auf eine industrielle Nutzung hin. Ich hab nachgeschaut: Im Ort gab es Bleibergbau, in diesem im 19. Jahrhundert gebauten Turm wurde Bleischrot hergestellt. (Ganz einfach: Blei oben schmelzen, durch ein feines Gitter gießen, die Tropfen werden im freien Fall zu Kügelchen und fallen unten in ein Wasserbad.)
Es zog sich bis oben, aber durch schöne Ausblicke wurde ich auch für heftige Steigungen entschädigt – einmal musste ich absteigen und schieben.



Ab Traviso – da war ich schon in Italien – lief der Weg auf einer alten Bahntrasse.

Also keine abrupten Steigungen mehr, aber es ging noch stetig bergauf bis nach Camporosso auf über 800 Meter.

Für die Alpen ist das nicht viel, aber für einen alten Mann mit viel Gepäck ist das auf jeden Fall genug. Danach ging es wunderbar bergab, wie es sich gehört.


Aber durch die lange Anfahrt zum Radweg konnte ich meinen angepeilten Zeltplatz nicht mehr schaffen, ich hab mich für Pontebba als Nachtquartier entschieden. Das hatten wohl einige Leute auch gedacht, jedenfalls wurde ich nicht – wie in Treviso – mit Angeboten überhäuft (da war sogar einer mit dem Fahrrad hinter mir her gefahren und fragte, ob ich ein Zimmer suche – um vier Uhr nachmittags!). Im Gegenteil: Die im Bikeline-Handbuch aufgeführten Unterkünfte waren voll. Ich hab dann in einer Bar, die auch Zimmer anbot, trotzdem nachgefragt. Und siehe da: Die freundliche Dame an der Theke sagte, dass sie kein Zimmer frei habe, aber sie kannte ein B&B, das nicht im Radfahrer aufgelistet ist, hat dort angerufen und mich dahin vermittelt. So habe ich ein schönes Zimmer bei „Ta Famee“, dort bekomme ich morgen sogar Frühstück.
Ein paar Eindrücke aus dem Dorf:






Ein Gebirgsbach, der in die Felia mündet
Hallo Gerhard, bist Du auch durch Treviso gefahren. Oder war das ein anderes mal?
und richtige Motorräder sind dann Moto Guzzis? ;-D
Weiterhin eine gute
Daniel
Klar war ich in Treviso, sogar am (alten, stillgelegten) Bahnhof.
Zum Thema Harley: Das sind keine Motorräder, sondern Trecker. Viel zu schwer, viel zu teuer, viel zu amerikanisch.
Das war jetzt nicht ganz korrekt: Ich war in Traviso, nicht in Treviso
Prima, dann bist du ja fast da……
Ich höre Deine Stimme beim lesen 🙂
Keine „kleine“ Reise die Du da machst…
Komm weiter gut durch!