Endlich mal DREI Türme

Endlich mal DREI Türme

25. September 2026 0 Von gerhardjenders

25. September 2026

Ich hab ja schon öfter mal zwei der Sauerland-Aussichtstürme bei einer Tour besucht. Aber drei Türme? Das kann ich nur mit einer Übernachtung. Schließlich ist schon die Anfahrt zum nächstgelegenen Turm (Hohe Bracht) 55 km. Dieser September brachte noch einmal einige schöne Tage. Und ich hatte mir vorgenommen, jedes Jahr einmal auf den Kahlen Asten zu fahren. Dort oben gibt es Hotelzimmer, auch kurzfristig konnte ich eins buchen – also los!

Auch ohne Turm-Eskapden sind es 100 km bis dorthin, ich bin also lieber früh losgefahren. Um hab acht war es noch „angenehm frisch“, ich bin also mit Jacke, langer Hose und Handschuhen gestartet. Wie klug das war, konnte ich am Reif auf Gräsern am Wegesrand erkennen.

Natürlich konnte ich mich unterwegs „entblättern“. In Beilstein am Fuß der Hohen Bracht war dann auch die kurze Hose gefragt. Der Anstieg zum Turm war hart, aber es hat geklappt: Noch vor 12 Uhr war ich oben. Der Turm liegt auf knapp 600 m Höhe.

Der Blick von oben

Letztes Jahr war ich nach dem Abstieg ins Hundem-Tal (tut mir leid, der Fluss heißt wirklich so) linksrum gefahren und dann die Lenne aufwärts über Schmallenberg – heute hab ich es probiert und bin die Hundem aufwärts gefahren über Kirchhundem und Marmeke am Panoramapark vorbei zum Rhein-Weser-Turm. 

Unterwegs gab es dieses beschauliche Tal:

Oben war ich auf (fast) 700m Höhe. Der Turm heißt „Rhein -Weser-Turm“, weil dort eine Wasserscheide liegt; ein Teil der Flüsse mündet letztendlich in dem Rhein (Hundem – Lenne – Ruhr – Rhein), auf der anderen Seite geht es in die Weser (Eder -Fulda – Weser).

Wenn es von dort eine Brücke zum Kahlen Asten gäbe,  hätte ich nur noch 100 Höhenmeter gehabt. Aber die Brücke gibt es nicht, also bin ich rasant runter ins Edertal gefahren und dann die Eder entlang (flussabwärts – sehr angenehm!) nach Bad Berleburg. Das ist eine ausnehmend schöne Stadt, doch zum Verweilen fehlte mir die Ruhe: Es war schon nach drei Uhr und ich wollte vor Sonnenuntergang auf dem Berg sein. Und ich hatte noch 400 Höhenmeter vor mir!

Also weiter, den Wegweisern nach Winterberg folgen! Es ließ sich zunächst ganz locker an, die Steigung war mäßig. Das änderte sich dann aber kurz hinter Dodesberg, als die Straße das Flusstal verließ („Odeborn“ heißt das Flüsschen): Es ging steil bergauf, ich war schon etwas erschöpft und der Verkehr war massiv – mit vielen LKWs, die nicht immer rücksichtsvoll überholten. Aber irgendwann war ich an der Einmündung zur B236 angekommen und hatte wohl auch der „Quäl-Dich“-Anforderung genüge getan – die Straße verlief fast eben über Langewiese nach Neuastenberg. Dort musste ich für mein Turmzimmer einchecken, dann konnte ich die letzten Steigungen zum Turm angehen. Um sechs Uhr war ich oben, konnte mein Zimmer beziehen und meine Kleidung auf die abendliche Kälte in 800 m Höhe umstellen. Der Rest des Abends war glücklichmachend: Auf einer Bank ausruhen, den Abendsonnenschein genießen – und den Aufgang der fast vollen Mondes. Hach, was für ein schönes Tag!!

Sonnenuntergang
Sicht nach Südwesten
Heidelandschaft
Mondaufgang