DAS Schloss

DAS Schloss

7. Juli 2023 2 Von gerhardjenders

Freitag, 7. Juli
Ja, das war der richtige Zeltplatz. Am Morgen – ich fing gerade an, mich zu sortieren – sprach mich eine Frau an, ob ich einen Kaffee wolle. Und ob ich wollte! Das Paar lud mich an seinen Tisch (gute Zeltplätze haben Picknick-Tische für die RadlerInnen) ein und wir haben gemeinsam gefrühstückt. Die Beiden sind auf einem Tandem mit Anhänger unterwegs und auf der Rückreise von einer Korsika-Sardinien-Tour. Alles von zu Hause (an der Atlantik-Küste) mit dem Rad, abgesehen von den Fähren. So etwas machen die öfter. Respekt!

Nicht die Aggertalsperre, sondern die Loire kurz nach meiner Abfahrt


Bis Orléans waren es noch gut 20 Kilometer. In der Nähe der Stadt ging der Weg durch einen schönen Park, von dem aus ich erste Blicke auf die Stadt werfen konnte.


Die Kathedrale hab ich mir nur von außen angesehen, Kirchen hab ich langsam genug.


Dafür hab ich die Gedenkstätte für die aus Frankreich deportierten und ermordeten Kinder besucht. Mit einer sehr guten Ausstellung wird an die Verfolgung der Juden durch die Nazis und an das Schicksal der Kinder erinnert. Sehr interessant fand ich eine Sonderausstellung, die dem Thema „Shoah und Comic“ gewidmet ist. Diese pädagogischen Möglichkeiten sind (außer „Maus“) in Deutschland zu wenig bekannt – was aber auch daran liegt, dass das Medium Comic bei uns keinen hohen Stellenwert hat.


In Meung-sur-Loire stehen Schloss und Kirche direkt nebeneinander.


Hier war Francois Villon, der Spötter über Kirche und Adel, eingekerkert.
Auf der Weiterfahrt überraschte eine Fotoausstellung am Wegesrand.


Bei Beaugency nochmal eine beeindruckende Brücke über die Loire.

Die Vielfalt und Schönheit der Brücken zu dokumentieren, wäre ein Extra-Projekt (hat bestimmt schon jemand gemacht).
So, dann aber: Meine Frühstücks-Gastgeber von heute morgen hatten mir fast befohlen, den Umweg über Chambord zu machen. Da steht DAS Schloss der Loire.
Sie hatten recht: der Umweg hat sich wirklich gelohnt. Wer immer ein Märchenschloss sucht: Hier ist es.

Bei der Anfahrt: der erste Blick (keine Angst, das Auto ist noch weit, ich hab stark gezoomt)
Türmchen in Hülle und Fülle


Im Gegensatz zum Historismus-Kitsch von Neuschwanstein ist Chambord echt. Leonardo da Vinci hat daran mitgearbeitet.

Vom Schloss waren es noch etwas mehr als 10 Kilometer bis zum Zeltplatz. Auf dem Weg hab ich dann die 2000 km voll gemacht.

Hier war das


Wieder ein Tag, bei dem ich am Abend sagen kann: Hach, war das schön!