An die Möhne

5. September 2020 2 Von gerhardjenders

Nochmal quer durchs Sauerland
Samstag, 5.9.2020

Wer eine Tochter in Berlin hat und ein Fahrrad hat, der muss dann damit mal dahin fahren. Nachdem es im Sommer viele Termine gab, soll es heute endlich losgehen. Leider führt kein freundliches Flusstal von Gummersbach nach Berlin, sondern es stehen etliche Berge im Weg. Das geht gleich am ersten Tag los, ich muss durch das Sauerland.
Ich bin gegen 10 Uhr losgekommen, nach zwei Stunden sitz ich in einer Schutzhütte zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid, weil der versprochene Regenschauer tatsächlich eingetroffen ist.

Werdohl
Fast oben – da unten ist Werdohl


Um drei Uhr bin ich in Neuenrade. Die heftigste Steigung – von Werdohl hier rauf – ist geschafft. Die Sonne scheint, was will ich mehr! Schnell geht das heute nicht, ich lass mir Zeit. An der Verse-Talsperre entlang war es wunderschön, das Verse-Tal mit der aus den Wassermühlen entstandenen Industrie ist interessant. In Brüninghausen (wer kennt diesen Ort??) ein Stahlwerk. Gut, dass ich am Samstag unterwegs bin. Der zur Industrie gehörende LKW-Verkehr wäre nicht so lustig gewesen.
Vom Neuenrade nach Balve führt ein schöner Radweg, da konnte ich die Straße vermeiden und den schönen Rundblick genießen.

Vor Balve bin ich dann aber abgebogen und über Mellen (noch mal rauf) an die Sorpetalsperre gefahren. Da ist touristisch noch immer so viel los wie vor 40 Jahren, als wir in Balve gewohnt hatten. Damals hatte ich die Idee, sich mit einem Transparent („Petting statt Pershing“ war zu der Zeit beliebt) auf den Damm zu stellen, ein Foto zu machen und angesichts der vielen Spaziergänger zu behaupten, es hätte im tiefsten Sauerland eine Friedensdemo gegeben. Hab ich nie gemacht, aber es wäre heute auch wieder gegangen, doch ich hatte kein Transparent dabei.

Am Sorpedamm

Von der Sorpetalsperre ging es flott nach Hüsten, so dass ich beschlossen habe, bis zum Möhnesee weiter zu fahren. Es waren nur acht Kilometer, aber recht steil bergauf durch den Wald. Für die Anstrengung wurde ich belohnt durch die Rehe, die für mich am Weg Spalier standen (na gut, es waren insgesamt vier, aber immerhin).

Endspurt zum Möhnesee

Leider wurde der Weg besonders schlecht, als es dann bergab ging, so dass ich da auch nicht schneller voran kam. Doch kurz vor sieben war ich (nach 104 km) am Zeltplatz Möhnesee-Südufer. Hier sind die Leute freundlich und es gibt sogar war zu essen – alles gut!.